Groß-Razzia in Langenfeld!

Wie weit die Diffamierung der Motorradfahrer mit der Bezeichnung Rocker schon fortgeschritten ist, zeigt ein Artikel in der Bild-Zeitung vom 26.08.2018.

Unter der Überschrift “Großeinsatz im Clan- und Rockerviertel” wird über eine Polizeikontrolle berichtet, die in Langenfeld durchgeführt wurde. Der Immigrather Platz wird laut dem Bericht schon lange beobachtet und als gefährlicher Ort eingestuft.

Die Nachricht wurde in mehreren Zeitungen veröffentlicht, die mehr oder weniger Rocker damit in Verbindung brachten. Nur die Bild-Zeitung wusste es mal wieder besser und konnte direkt die Hells Angels mit der Razzia in Verbindung bringen. Leider vergaßen die Redakteure, dass in erster Linie Mitglieder aus den libanesischen Clans und dem organisierten Verbrechen kontrolliert werden sollten. Hells Angels machen sich aber auf der Titelseite viel besser.

Laut Artikeln in anderen Zeitungen sollen in Langenfeld, besonders am Wochenende, Personen in der Innenstadt beobachtet worden sein, die als Mitglieder von kriminellen Gruppen bekannt sind. Sie sollen nicht nur die normale Bevölkerung verunsichern, sondern sich auch gegenüber Vertretern von Polizei und Ordnungsbehörden provozierend und gewaltbereit gezeigt haben. Platzverweise und Kontrollen konnten nur durchgesetzt werden, indem die Polizei Verstärkung angefordert hat.

Ein Satz in allen Artikeln ist besonders markant. Demnach sollen die Behörden den Immigrather Platz in Langenfeld als “gefährlichen Ort” ausgewiesen haben. Es existieren also Plätze mitten in Nordrhein Westfalen, die von der Polizei als gefährlich eingestuft werden. Gesteht die Polizei damit ein, dass sie in bestimmten Gebieten nicht mehr in der Lage ist, für die Sicherheit der Bürger zu sorgen?

Das Großaufgebot der Polizei, des Hauptzollamts, der Ordnungsbehörde, des Gewerbeamts und des Bauamts durchsuchten also bis um 2:00 Uhr Sonntagmorgen die Innenstadt und kontrollierten 100 Personen und 30 Fahrzeuge. Bei 56 Personen soll die Identität festgestellt worden sein und laut der Bild-Zeitung gab es neun Strafanzeigen und 15 Ordnungswidrigkeiten. Das hört sich nicht unbedingt nach einem effizienten Großeinsatz an.

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