Eine arische Rockergruppe ohne Motorräder

Die Kämpfe unter verfeindeten Rockergruppen sind absolut nicht akzeptabel und können auch durch keine Argumente verteidigt werden. Wie aber die Presse mit der dem Begriff Rocker und der Angst der Bevölkerung umgeht, zeigt ein Bericht vom 3. April 2018 des MDR.

In dem Artikel wird über die Schießerei im Juni 2016 berichtet, bei der ein Mitglied der United Tribune getötet wurde. Seitdem sich die Verdächtigten vor Gericht verantworten müssen, sollen sich die beiden “Rockerclubs” Hells Angel und United Tribune aufgelöst haben und die Szene soll sich beruhigt haben.

Am Ende des Artikels wird dann über eine neue Rockergruppierung berichtet, die rechtsextreme Züge haben soll. Die Aryan Brotherhood Eastside wird in dem Artikel als Rockergruppe bezeichnet, nur “ohne” Motorräder.

Hier verlässt der MDR komplett den logischen Rahmen und vermischt Gruppierung oder Vereinigungen mit dem Begriff Rocker. Einer der wichtigsten Merkmale eines sogenannten “Rockers” ist das Motorrad und nicht, dass er rechtsextrem ist oder, wie in dem Bericht beschrieben, nach außen hin martialisch auftritt.

Motorradclubs, Vereinigungen und Rockergruppierungen differenzieren sich in erster Linie durch ihre Motorräder. Rechtsextremismus oder Rassismus hat nichts mit Rocker zu tun und seriöser Journalismus muss da Grenzen ziehen, damit Motorradfahrer nicht einfach automatisch mit Rechtsextremen gleichgesetzt werden.

Vorher werden in dem Artikel die White Lions genannt, die laut dem Artikel mit ihren Kutten wie Rocker wirken. Diese Gruppierung soll als Streetgang in Leipzig aktiv sein und aus Migranten bestehen. Hier differenziert die Journalistin Ine Dippmann besser und integriert die Kutte als Kennzeichen des Rockers, was aber auch nicht ganz der Wahrheit entspricht.

Sie sollte sich aber auch bewusst sein, dass der Begriff Rocker jedem Motorradfahrer anhaftet, der sich in schwarzer Lederkleidung auf öffentlichen Straßen bewegt. Die Rocker also mit Rassismus oder Rechtsextremismus in Verbindung zu bringen, vermittelt ein falsches Bild in der Öffentlichkeit. Seriöser Journalismus sollte dem Anspruch gerecht werden, keine Personengruppen zu diffamieren, sondern unparteiisch über die Fakten zu informieren.

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