Die Hells Angels sind neben den Bandidos einer der umstrittensten Motorradvereinigungen der Welt. In den letzten Jahren sind sie besonders in Deutschland immer wieder durch kriminelle Aktivitäten aufgefallen.

Als aktiver Motorradfahrer muss ich zugeben, dass die Hells Angels eine gewisse Faszination auf mich ausüben, obwohl mich die illegalen Aktivitäten abstoßen.

Die Geschichte der Vereinigung und die Stilisierung in Filmen und den Medien hat das Image der Outlaws geprägt. Inwieweit ist das Bild, das wir heute von den Outlaw-Vereinigungen haben, aber tatsächlich zutreffend? Und inwieweit ist die Kommerzialisierung von Unternehmen wie Harley Davidson auch an diesem Image Schuld?

Die Hells Angel entstanden 1948 größtenteils aus Veteranen aus dem 2. Weltkrieg. Diese hatten teilweise jahrelang im Krieg für die USA gekämpft und jetzt Probleme, sich wieder zu integrieren. Sie hatten erwartet, dass die USA ihren Einsatz würdigt und sie als Helden empfängt. In den USA wollte aber keiner mehr etwas von dem Krieg hören, die Bevölkerung wollte ihn so schnell wie möglich vergessen und an ihrem Wohlstand arbeiten. Die Veteranen hatten Jahre ihres Lebens verloren und wenn sie nicht von der Familie aufgefangen werden konnten, war die Integration fast unmöglich.

Sie sehnten sich also nach der Kameradschaft der Armee und suchten Menschen, die das Gleiche erlebt hatten wie sie. Eine Möglichkeit dazu waren die Motorrad-Vereinigungen, die ihnen dies geben konnten.

Die Hells Angels waren nur einer der vielen Klubs, die nach dem Krieg in den USA gegründet wurden. Sie fielen bis 1969 auch nicht negativ auf. Erst in den 1990er Jahren machten sie durch einige kriminelle Aktivitäten in Europa und den Vereinigten Staaten auf sich aufmerksam.

Ich bin überzeugt, dass nicht alle Hells Angels kriminell sind. Genauso ist die Anzahl der kriminellen Mitglieder nicht repräsentativ für alle Motorradfahrer in der Welt. Als normaler Motorradfahrer grenze ich mich also von allen kriminellen Aktivitäten der Hells Angel ab!