Wer sich einmal die Mühe macht, nach der Definition für Rocker zu suchen, der wird zwei Definitionen finden. Die erste definiert Rocker als “zu aggressivem Verhalten neigende Angehörige von Gangs von männlichen Jugendlichen mit schwarzer Lederbekleidung und schweren Motorrädern” und die zweite “Rockmusiker”.

Das beschreibt genau das Image der Biker in Deutschland, selbst für nicht mehr ganz so jugendliche Motorradfahrer, die in schwarzer Lederbekleidung die Landstraßen am Sonntagmorgen abfahren. Wenn dann noch ein Bart und ein Tattoo dazukommen, kann es schon einmal sein, dass Eltern ihre Kinder zurückrufen und Besucher im Café ihre Wertsachen überprüfen.

Besonders schlimm wird es, wenn der Rocker dann auch noch einen Patch auf der Kutte trägt. Dann kann es sein, das unsere liebenswerten Mitmenschen schon einmal die Schnellwahl zur Polizei überprüfen, nur um sicher zu gehen.

Woher kommt die Angst vor den Motorrädern und der schwarzen Lederbekleidung? Ich würde gerne behaupten, dass die Medien die kriminellen Aktivitäten einiger Motorradklubs in den letzten Jahren so aufgeputscht haben, das jetzt sogar die normalen Bürger Panik bei dem Anblick einer schwarzen Gestalt mit Motorrad bekommen, aber das wäre nur die halbe Wahrheit. Schon vor 40 Jahren, als halbstarker Jugendlicher, mit meinem Kleinkraftrad, hatte die Lederjacke die gleiche Wirkung.

Ist es die Angst vor dem Anderssein oder die Filme, die schon seit den 70er Jahren die Angst vor den gefährlichen Rockern schüren, Filme wie “Die wilden Engel”, “Hells Angels on Wheels” oder Hells Angel 70″?

Wir leben in einer Welt, in der uns Informationen und Nachrichten zu jeder Zeit zur Verfügung stehen, in der es eine winzige Gruppe weiterhin schafft, dem Ruf von Millionen Menschen auf der ganzen Welt zu schaden. Es gibt viele Motorradklubs auf der Welt, die sich wohltätig einsetzen und viele gute Taten möglich machen, die es aber nur selten in die Medien schaffen. Lasst uns daran arbeiten, dies zu ändern!