T-Online hat diesen Monat einen Artikel veröffentlicht, in dem die neuesten Mitgliederzahlen der Rockervereinigungen in NRW des Landeskriminalamts veröffentlicht werden.

Demnach soll die Anzahl der Mitglieder offiziell auf 2.120 gesunken sein. Letztes Jahr lag die Anzahl noch bei 2.091 polizeilich bekannten Mitgliedern. Aktuell soll es in ganz Nordrhein Westfalen noch 84 Organisationen, drei weniger als im letzten Jahr. Das Landeskriminalamt gibt aber zu bedenken, dass die Zahlen sich jederzeit ändern können, da Vereinigungen neu gegründet werden, sich auflösen oder den Standort wechseln.

Weiterhin bleiben aber die Bandidos die stärkste Gruppe, mit rund 850 Mitgliedern in Nordrhein-Westfalen. Mit großem Abstand folgen die Mitglieder des Gremiums und der Freeway Riders. In der Statistik wird auch berücksichtigt, dass die Osmanen dieses Jahr vom Bundesinnenministerium verboten wurden und die Black Jackets sowie die United Tribunes sich im letzten Jahr selbst aufgelöst haben.

Die Bekämpfung der Kriminalität der sogenannten Rockergruppen ist seit Jahren eine der wichtigsten Aufgaben der Polizei in Nordrhein-Westfalen. Sie weisen darauf hin, dass die Rockergruppen und auch rockerähnliche Gruppen ihren eigenen Regeln folgen und sich meist einheitlich kleiden. In den Rockergruppen herrscht meistens eine genau definierte Hierarchie, die sich bei den rockerähnlichen Gruppierungen nicht so stark zeigt. Außerdem sind dort die Kleidungsvorschriften nicht so genau definiert wie bei den Rockervereinigungen.

In dem Artikel von T-Online, der direkt von der Deutschen Presseagentur übernommen wurde, wird ausdrücklich “rockerähnliche Gruppierungen” gesagt. Es wäre interessant, genauer zu erfahren, was das Landeskriminalamt unter rockerähnlichen Gruppen versteht. Schon die Osmanen hatten nichts mit Motorrädern zu tun und nannten sich selbst einen Box Club. Ich habe in der ganzen aktiven Zeit dieser Vereinigung keinen Osmanen auf einem Motorrad gesehen. Deshalb gehört diese Gruppierung doch eher in den Bereich der organisierten Kriminalität und sollte nicht als Rocker-Gruppierung bezeichnet werden. Außerdem soll der Verein Kontakte zur türkischen Regierung gepflegt haben, sehr untypisch für jede Rockergruppierung.